Seit Jahren betreut Michael Haven viele Haushalte in Uedem in der Telefon- und Datentechnik. Der InformationstechnikMeister hat 10 Jahre bei Radio Daniels gearbeitet, bevor er sich im Jahr 2004 selbständig machte. Im Interview erläutert er, wie die Anschlüsse in Uedem funktionieren.

Zur Person
» Michael Haven
»  49 Jahre, verheiratet
»  wohnhaft in Uedem
»  Informationstechniker-Meister

Sie haben viele Kunden in Uedem – was machen Sie für die?
Michael Haven: Meistens geht es um Telekommunikation, also klassische Telefonie via DSL oder ISDN oder übers Internet mit VoIP. Meine Kunden wollen eine gute Datenan
bindung und eine professionelle Vernetzung ihrer Geräte.

Wie sehen die derzeitigen Anschlüsse Ihrer Kunden denn aus?
Haven: Die meisten Anschlüsse in Uedem basieren auf den alten Kupferleitungen. Viele Kunden nutzen auch funkbasierte Systeme, also LTE. Einige wenige sind außerdem über das ehemalige Kabel-TV-Netz angeschlossen. Das sind Breitband-Anschlüsse, die aber auf dem letzten Meter ebenfalls mit Kupferleitungen hergestellt werden.

Was ist denn das Problem bei den alten Kupferleitungen?
Haven: Bei der alten Technik ist es
so, dass alle, die da dranhängen, sich die Bandbreite teilen müssen. Das heißt: Je mehr Nutzer dranhängen, umso schlechter wird die Leistung für jeden einzelnen. Hinzu kommt, dass Kupfer stark dämpft. Das heißt: Je länger die Leitung, umso weniger kommt hinten an.

Wie muss man sich das denn vorstellen?
Haven: Das ist einfach – Sie müssen sich das vorstellen wie einen Wasserschlauch, in den jeder ein Loch piekt. Die ersten, die nah am Wasserhahn sitzen, kriegen noch die volle Leistung. Aber wer am Ende hängt, bei dem dröppelt die Leitung nur noch, da kommt nichts mehr an.

Und LTE kann da Abhilfe schaffen? 
Haven: Offen gesprochen hilft das inzwischen auch nicht mehr. Denn auch hier gilt: Je mehr Nutzer das LTE-Netz nutzen, um so schlechter wird die Leistung für jeden einzelnen. Als LTE neu war und nur wenige da dranhingen, hat das wunderbar funktioniert. Heute nutzen viele diese Technik, und es ist dann oft genau so langsam wie Kupfer.

Wird sich dieses Problem noch verschärfen?
Haven: Mit Sicherheit ja. Denn die Datenmengen, die wir alle durchs Netz schießen, werden immer größer. Und es gibt noch einen entscheidenden Punkt: Bis 2018 stellt die Telekom alle analogen Telefonanschlüsse ab. Dann ist Telefonie nur noch übers Internet möglich. Wer dann eine schlechte Leitung hat, hat in der Tat ein größeres Problem.

Betrifft das viele in Uedem? 
Haven: Ich habe heute schon Kunden, denen ich mit der herkömmlichen Technik nicht mehr weiterhelfen kann. In Uedemerbruch zum Beispiel gibt es Haushalte, da liegt kein Kabel-TV, die Telekom-Leitung ist schlecht – siehe Wasserschlauch – und LTE-Empfang gibt es auch nicht, weil der Bahndamm das Signal stört. Dann ist man im Grunde ganz abgeschnitten.

Was ist bei einem Glasfaser-Anschluss denn anders?
Haven: Glasfaser ist eine ganz andere Technologie. Während die alte Technik an Grenzen stößt, was Datenmengen und Geschwindigkeit angeht, kann Glasfaser fast unbegrenzt Daten aufnehmen und mit Lichtgeschwindigkeit versenden.
Und das wichtigste: Auch wenn es viele Nutzer und lange Wege gibt, wird die Leistung nicht schlechter. Das ist der große Vorteil, wenn Glasfaser bis ins Haus gelegt wird.

Glasfaser bis ins Haus – welche Anbieter können das in Uedem denn umsetzen?
Haven: Theoretisch könnten es alle: Die Telekom, Unity Media oder sonstwer. Praktisch macht es aber derzeit nur die Deutsche Glasfaser.

Herr Haven, wir danken Ihnen für das Gespräch.